Schlossberghöhlen Homburg

Mini-Dino, Höhlenspinne und „weiße Dame“ 

Stippvisite in den Homburger Schlossberghöhlen 

Am lebendigsten von den dreien ist wohl die Höhlenspinne, die fast durchsichtig, da nie an der Sonne, das muntere Treiben in ihrer weitläufigen Behausung mit stoischer Ruhe über sich ergehen lässt, natürlich nur, bis die nächste Fliege im Anmarsch ist. Dass sie in einem Superlativ wohnt, den größten Buntsandsteinhöhlen Europas mit einer Wohlfühltemperatur von rund 10 Grad ganzjährig, scheint sie nicht besonders zu beeindrucken. Eine sehr flüchtige Gestalt, die sich nur sehr selten blicken lässt, ist die „weiße Dame“, die sich standesgemäß hauptsächlich im Thronsaal blicken lässt. Ihre Audienz findet nur bei einem Wetterumschwung statt, dann bildet sich ein weißer Nebel im circa 800 Meter langen und auf drei Etagen begehbaren Höhlensystem, das insgesamt über 5 Kilometer lang ist. In besagtem Thronsaal, in dem früher bei den Höhlenfesten die Höhlenkönigin residierte, kann man mit viel Fantasie ihre zarte aber flüchtige Gestalt bestaunen. Und der Mini-Dino hat sich schon vor Jahrmillionen aus dem Staub gemacht und nur noch seine kleinen Fußspuren der Nachwelt hinterlassen. Nicht etwa, wie man vermuten könnte auf dem Boden der Höhle, nein an der Decke. Denn was heute Decke ist, war vor Jahrmillionen feiner Sandstrand, an dem wohl der Mini-Dino on tour war. Dass es wirklich Strand war, belegen die zahlreichen Rippelmarken an der Decke der Höhle, also wellenförmig abgelagerter Sand in verschiedenen Farben. Und wie sind die Höhlen eigentlich entstanden, im Gegensatz zu Tropfsteinhöhlen, die durch Wasser ausgespült werden, mussten die Buntsandsteinhöhlen von Menschenhand gegraben werden. Über sechshundert Jahre hat man sich in den Berg gebuddelt, aber warum nur? Man brauchte Quarzsand für die Glasindustrie, Formsand für die Eisenindustrie, Scheuersand um die Küche blitzblank zu bekommen und ganz wichtig für alle Schreiberlinge in grauer Vorzeit, der blaue Löschsand. Mit ihm wurde die Tinte abgetrocknet wie mit einem Löschpapier. Apropos löschen, mit dem feinen Bier, das am Fuße des Schlossberges gebraut wird, kann man auch vorzüglich den Durst löschen! Na dann mal runter vom Berg in die Homburger Altstadt.


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